Phlegmatik

Mit der Kenntnis der Sprechregel ist schon viel gewonnen. Der Stotternde weiß, dass er den Ton bewusst, und die Sprechformen (Mundstellungen) unbewusst zu bilden hat.
Dauernd befreit ist er damit aber leider noch nicht.
Warum nicht?

Weil seine Nerven noch in Erregung geraten, wenn es heißt „sprechen zu müssen“.

Wenn er allein ist, befolgt er das Sprechgesetz beim Sprechen tadellos.

Warum kann er es nicht sofort in Gegenwart anderer?
Weil die „Ich-kann-nicht Suggestion“ noch zu stark ist und ihn sein Sprechen noch ängstlich beobachten lässt.

Folglich ist das Stottern, nach Kenntnis des Sprechgesetzes, hauptsächlich eine Folge der Erregung!

Also: Was hat der Stotternde zu lernen (nachdem er die natürliche Sprechregel kennengelernt hat)?
Nicht das Sprechen.
Sprechen (=Stimmlippen durch bewusstes Ausatmen in Schwingung bringen) kann der Stotternde.

Der Stotternde hat zu lernen beim Sprechen die Ruhe (und als Folge, auch die bewusste Tonbildung) zu bewahren.
Ist der Stotternde ruhig kann er die Sprechregel befolgen.

Häufig spricht der Stotternde, obwohl er seine Sprechwerkzeuge noch nicht auf das Sprechen vorbereitet hat. Ist der Stotternde ruhig kann er seine Sprechwerkzeuge richtig ausrichten und die Sprechregel befolgen.

Als Phlegmatiker wird ein Mensch bezeichnet, der langsam, ruhig und schwerfällig ist.

Ihn zeichnen Gemächlichkeit, Schwerfälligkeit, Langsamkeit und Trägheit aus.
Vergleichbar mit einer Art müden, schläfrigen Gefühls.
Der Phlegmatiker hat unerschütterliche Ruhe (Gleichmut) und, infolgedessen, beständig Ton.

Sprechstörungen sind ihm völlig gleichgültig. Der Stotternde muss lernen, sich vor Sprechbeginn in das Gefühl der innerlichen Ruhe zu versetzen.
Er muss das Gefühl kennen lernen, in welchem er seine Sprechwerkzeuge stets richtig einsetzen kann. Er muss das Gefühl den ganzen Tag studieren und üben, damit er beim Sprechen sofort imstande ist, sich in dasselbe zu versetzen.